Mark Fischer – Epsilon Verlag

Gespräch mit Mark Fischer, Gründer und Leiter des Epsilon Verlags. Das Interview entstand am Rande des Comic-Salons Erlangen 2014.

Bild von Mark FischerDer Verlag hat neben seinen Science-Fiction-Titeln wie „Aldebaran“ und „Golden City“  auch Krimiheldinnen, z.B.  „Franka und Rubine“ im Programm, sowie zahlreiche weitere Alben mit Schwerpunkt auf spannender und lustiger Unterhaltung. Bereits 20 Prozent davon sind von deutschsprachigen Künstlern.

(C)  Bild: Mark Fischer

Seit wann gibt es den Verlag? Sag doch bitte kurz etwas zum Programm und zur Geschichte von Epsilon.
Epsilon gibt es jetzt seit  17 Jahren.  Unser erstes Projekt war „Franka“, eine niederländische Krimiserie, die Carlsen zuvor eingestellt hatte. Zunächst handelte es sich um die deutschen Erstveröffentlichungen der neuen Bände, aber bald folgten auch teils erweiterte Neuauflagen der alten Bände, so dass inzwischen die komplette „Franka“-Serie bei uns verfügbar ist.
Generell bringen wir vor allem Alben im franko-belgischen Stil heraus, wobei bereits hinter 20% der Titel deutsche  Eigenproduktionen stehen. In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal ein Album im Buchformat veröffentlicht, und zwar „Telaya und Dioman – Diesseits der Nacht“ von Helmut Schulz, eine Fantasy-Geschichte für Erwachsene mit Bezügen zur Schöpfungsgeschichte und zu archaischen Mythen.
Hervorheben möchte ich auch noch unseren aktuellen Titel „Der letzte Kobold“ von Dirk Seliger und Stefan Pede, Auftakt zu einer Funny-Fantasy-Serie mit abgeschlossenen, aufeinander aufgebauten Geschichten, sowie die „Dédé“-Krimireihe von Erik mit abgeschlossenen Geschichten in ein bis zwei Bänden, die sehr gut läuft.

Coverillustration von Erik: "Dédé. Und dann Ruhe im Paris", Epsilon 2014

Coverillustration von: Erik „Dédé. Und dann Ruhe in Paris“ (Band 4), Epsilon 2014

 

 

 

 

(C) Epsilon Verlag

Was ist typisch für den deutschen Comicmarkt? Und wie hat sich das Verlegergeschäft in den letzten Jahren verändert?
Aus meiner Sicht gab es eigentlich nicht viele Veränderungen. Die Akteure innerhalb der deutschen Comic-Verlagsszene bilden einen recht überschaubaren Kreis, und außerhalb der Comic-Szene wissen eigentlich wenige, was es alles so an Alben und Titeln gibt. Der Vertrieb und Verkauf erfolgt zum großen Teil direkt über das Internet oder bestimmte Vertriebspartner, ab und zu gibt es auch mal eine Nachfrage über die Buchhandlungen. Es wächst vielleicht generell die Anzahl der Titel, aber aufs Ganze gesehen bleiben die Verkaufszahlen gleich.  Da sind solche Veranstaltungen wie der Comic-Salon natürlich wichtig um zu zeigen, was man hat!

Gibt es denn im Moment einen aktuellen Trend?
Im Moment gibt es natürlich den Trend zur „Graphic Novel“, und im Prinzip handelt es sich bei vielen meiner Titel ja auch um Graphic Novels – ich verleih meinen Titeln allerdings kein Etikett, ich schreib also nicht drauf, dies ist ein Comic und jenes ist eine Graphic Novel – es muss den Lesern einfach gefallen, und dafür spielt es glaube ich keine große Rolle, welches Etikett vorne draufsteht!

Bietet ihr eure Comics auch als e-book an?
Einige, aber ich verzeichne da keine große Nachfrage, erstaunlicherweise läuft sogar Werbung besser im Print, viele Leser stoßen über meine gedruckte Programmübersicht auf den Epsilon-Verlag.

Was sind für dich denn generell Merkmale eines guten Comics?
Ein guter Comic muss mich einfach ansprechen; er sollte spannend oder lustig sein, oder am besten beides zusammen, und dann muss der Zeichenstil in sich stimmig und professionell wirken.

Und wie findest du solche  Autoren/Zeichner?
In der Regel muss ich da gar nicht viel machen, die Zeichnerinnen und Zeichner kommen von selbst auf mich zu, auch hier in Erlangen kommen z.B. die Künstler an meinen Stand und zeigen mir ihre Exposés. Generell gibt es da sogar mehr gute Angebote, als ich machen kann, ich bekomme viele unaufgefordert eingesandte Manuskripte!

Was erwartest du noch von einem guten Comickünstler?
Einfach Qualität! Vor allem gute Geschichten! Und darüber hinaus noch ein gewisses Engagement,  z.B. indem er für Signierstunden und ähnliche Veranstaltungen zur Verfügung zu steht.

Coverillustration von: Helmut Schulz "Telaya und Dioman. Diesseits der Nacht", Epsilon 2014

Coverillustration von: Helmut Schulz „Telaya und Dioman. Diesseits der Nacht“, Epsilon 2014

 

 

 

(C) Epsilon Verlag

 

Wie langfristig im Voraus wird das Verlagsprogramm geplant?
Wir haben ja viele Serien im Programm, die laufend fortgesetzt werden, da ist die Planung schon sehr langfristig angelegt. Aber kurzfristige Aktualisierungen sind auch immer irgendwie dabei – z.B. eben das schon erwähnte „Telaya und Dioman“ von Helmut Schulz, das ist ein so schönes Projekt, da habe ich es dann kurzfristig noch mit für dieses Halbjahr aufgenommen, es hat mir halt einfach gefallen!

Welchen Tipp würdest du jungen Zeichnern geben, die einen Verlag suchen bzw. in der Comicszene ihren Weg finden  möchten?
Also, auf alle Fälle: Üben, üben, üben!
Und dann sollte man den Markt ein bisschen im Auge haben und schauen, was es da alles so gibt – auch, um sich selbst und sein Können richtig einschätzen zu können: Bin ich wirklich schon reif genug für eine Veröffentlichung, kann ich da schon mithalten? Denn Ansprüche beim Publikum sind durchaus vorhanden!  Mir ist es immer lieb, wenn jemand schon eine gewisse Erfahrung und Professionalität aus der Zeichenbranche mitbringt, neue gute Comic-Künstler müssen also nicht unbedingt immer sooo jung sein!

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Sylvia Marquardt.

Weitere Informationen im Internet:
Epsilon Verlag
Epsilon – Erotische Kunst

Artikel von ppm-News über Mark Fischer

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